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Studie: Alternative Mobilitätskonzepte in der Sicherheitsbranche

Elektromobilität ist für Kunden von Sicherheitsdienstleistern die sinnvollste Alternative zu konventionellen Mobilitätskonzepten. Sie begrüßen mehr Nachhaltigkeit in den Fuhrparks, sehen aber noch Nachholbedarf bei der Praxistauglichkeit alternativer Lösungen. Dies sind zwei wesentliche Ergebnisse einer aktuellen Befragung der WISAG Sicherheit & Service Holding GmbH & Co. KG.

Vor dem Hintergrund drohender Fahrverbote für Dieselfahrzeuge, der Diskussionen um Schadstoffbelastungen und des Umbruchs in der Automobilindustrie hat die WISAG Sicherheit & Service eine Umfrage zu Mobilitätsalternativen in der Sicherheitsbranche durchgeführt. Im Mittelpunkt standen die Fragen, mit welchen Konzepten sich Unternehmen beschäftigen, um ihren Fuhrpark auf künftige Anforderungen einzustellen, und welche Erwartungen sie an ihre Sicherheitsdienstleister haben.

„Wir möchten frühzeitig die richtigen Weichen stellen und erforderliche Investitionen im eigenen Fuhrpark möglichst umweltfreundlich und marktgerecht umsetzen. Die Vorstellungen und Wünsche von Kundenseite sind dafür ein wichtiger Anhaltspunkt“, erläutert Andreas Burmeister, Geschäftsführer der WISAG Sicherheit & Service Holding GmbH & Co. KG, die Motivation für die Studie. Der Fuhrpark sei bei Sicherheitsdienstleistern ein wesentlicher Ansatzpunkt für mehr Nachhaltigkeit.

Die Ergebnisse der im November 2017 durchgeführten Onlinebefragung wurden heute veröffentlicht. Teilgenommen haben Unternehmen, die Revier- und Alarminterventionsdienstleistungen in Auftrag geben. Von 330 angeschriebenen Unternehmen nahmen 18 Prozent (= 60 Unternehmen) an der Umfrage teil. Die Hälfte dieser Unternehmen hat über 1.000 Mitarbeiter. Bei rund 40 Prozent der Stichprobe wurden die Fragen von Vorständen, Geschäftsführern oder Abteilungsleitern beantwortet. „Sowohl die überdurchschnittlich hohe Antwortquote als auch der hohe Anteil von Führungskräften unterstreichen das Interesse an Lösungen zu den aktuellen Fragen der Mobilität“, kommentiert Andreas Burmeister die Beteiligung.

Deutliche Fokussierung auf E-Mobilität
Die Ergebnisse der Studie lassen sich wie folgt zusammenfassen: Unternehmen, die Sicherheitsdienstleistungen in Auftrag geben, erwarten weitreichende Veränderungen bei der Mobilität. Befeuert wird diese Sicht durch öffentliche Diskussionen rund um Schadstoffe und EU-Umweltrichtlinien sowie durch Newcomer im Automobilsektor. Elektromobilität ist für die Befragten die Lösung der Wahl. E-Fahrzeuge erfüllen ihrer Meinung nach sowohl die technischen als auch die ökologischen Anforderungen an künftige Konzepte. Auch verbinden die Befragten mit Elektrofahrzeugen eine ökonomische Aufwertung ihrer Fuhrparks. Nicht zuletzt erkennen sie auch eine Reputationssteigerung ihrer eigenen Unternehmen bzw. ihrer Dienstleister. Dem gegenüber stehen noch vorhandene Defizite in der Infrastruktur für Ladevorrichtungen und in den Reichweiten zu erschwinglichen Preisen.

Andreas Burmeister unterstreicht: „Sicherheitsdienstleister und ihre Auftraggeber stehen vor einer Zeitenwende. Weil der Weg zu umweltfreundlicheren Mobilitätskonzepten mit Investitionen verbunden ist, brauchen die Unternehmen Orientierung. Solche Wegweiser erwarten die Befragten von der Industrie und der EU, nicht jedoch von der nationalen Politik. Auch vor dem Hintergrund unserer eigenen Unternehmensvision verstehen wir die Ergebnisse der Befragung als Auftrag, unser bisheriges Engagement für ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Mobilitätslösungen zu intensivieren und gemeinsam mit unseren Kunden Lösungen zu entwickeln.“

Die Ergebnisse im Einzelnen:

Künftige Mobilitätskonzepte werden am stärksten geprägt durch die Veränderungen in der Automobilindustrie (27 Prozent), gefolgt von EU-Umweltrichtlinien (23 Prozent) und neuen Marktplayern wie Google oder Tesla (16 Prozent), so die Antworten der Befragten. Die große Mehrheit der Befragten geht also von systemverändernden Entwicklungen aus.

Sollen auch Sicherheitsdienstleister nachhaltig mobil sein? Klimaschutz und verminderte Stickoxidbelastung sind aus Sicht der Auftraggeber die wesentlichen Gründe, weshalb auch Sicherheitsdienstleister nachhaltige Mobilitätskonzepte umsetzen sollten. Auch wenn „Klimaschutz durch CO2-Reduktion“ am häufigsten genannt wurde (41 Prozent), kommt dem Thema Stickoxidreduktion (25 Prozent Zustimmung) aus Sicht der Dienstleister eine besondere Bedeutung zu. Denn ein großer Teil der Fahrten zu bzw. bei den Unternehmen erfolgt in innerstädtischen Bereichen und auf diese Bereiche bezieht sich die aktuelle Dieseldiskussion. Hier schließt sich die Frage nach den strategischen Motiven der Sicherheitsdienstleister an. Wirtschaftliche und imagerelevante Aspekte sind aus Sicht der Befragten die wichtigsten Motivatoren (jeweils 25 Prozent) für die Beschäftigung mit alternativen Mobilitätskonzepten. Auch die drohenden Verbote, in Innenstädte einzufahren, werden genannt, wenn auch mit 15 Prozent deutlich seltener. (Anm.: Die Befragung fand vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes statt.)

Elektromobilität vorn. Bei Revierdienstleistungen müssen festgelegte Ziele zuverlässig innerhalb von bestimmten Zeitfenstern erreicht werden. Bislang kommen hierfür fast immer Fahrzeuge mit herkömmlichen Antrieben zum Einsatz. Bei der Frage nach den sinnvollsten nachhaltigen Alternativen entfallen die meisten Antworten (22 Prozent) auf Elektroautos. Alle alternativen Antriebskonzepte zusammengenommen, d. h. E-Mobile einschließlich Pedelecs, Hybrid- oder Gasfahrzeugen, erhalten einen Zustimmungsanteil von 50 Prozent. Effizienzansätze werden zu 49 Prozent gewählt, hier steht in erster Linie eine effiziente Routenplanung mit 20 Prozent in der Gunst der Befragten. Auch bei Alarminterventionsdienstleistungen, hier kommt es vor allem auf Schnelligkeit und Zuverlässigkeit an, haben Elektroautos die Nase vorn. 23 Prozent der Befragten sehen in diesem Antriebskonzept die nachhaltigste Alternative.

Nachhaltigkeit im Fuhrpark? Ja, aber! Die Aussage „Unser Fuhrparkmanagement folgt Nachhaltigkeitskriterien“ erreicht unter den befragten Unternehmen den größten Zustimmungswert. Eine hohe Zustimmung bekommt auch die Antwortmöglichkeit „Sicherheitsdienstleister mit nachhaltigen Mobilitätskonzepten haben einen Wettbewerbsvorteil“. Anders ausgedrückt: Kunden von Sicherheitsdienstleistern setzen zunehmend auf Nachhaltigkeit in ihrem Fuhrpark. Und sie wissen es zu schätzen, wenn auch die Dienstleister ihren Fuhrpark nachhaltig ausrichten. Allerdings steckt die Entwicklung noch in den Kinderschuhen, das zumindest zeigt der Blick auf die Infrastruktur. Denn bislang, auch das hat die Befragung ergeben, haben nur wenige Unternehmen eine Ladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge auf ihrem Firmengelände, die auch ihre Dienstleister nutzen können.

Die Hürden. Unzureichende Ladeinfrastruktur (31 Prozent), eingeschränkte Reichweite (28 Prozent) und höhere Anschaffungskosten (22 Prozent) sind die am häufigsten angegebenen Hürden bei der Nutzung nachhaltiger Fahrzeuge. Auch diese Antworten zeigen die Fokussierung auf E-Mobilität. Weniger relevant scheint die Befürchtung, dass die Dienstleister die zusätzlichen Kosten an die Kunden weitergeben (7 Prozent).

Ausschreibungen, Preise und Nachhaltigkeit. Aufträge für Sicherheitsdienstleistungen schließlich werden nicht allein über den Preis, sondern auch über weitergehende Kriterien vergeben. Allerdings, so ein weiteres Ergebnis der Befragung, zählt Nachhaltigkeit bzw. ein nachhaltiger Fuhrpark nur selten zu diesen weiteren Aspekten und ist folglich nur in Ausnahmen in Ausschreibungen zu finden.

Ein Handout mit den Einzelergebnissen steht links unter "Downloads" zur Verfügung.

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